Kap Kolka, zum dritten Mal mit dem Motorroller. Am 19.September 2022 brechen wir, Bernd und ich, auf nach Lettland.
Das Verladen der Autos, Lkws und und unsere Motorroller geht zügig voran. Mit der Stena Line ab Lübeck/Travemünde. Gegen 20:00 Uhr legt die Fähre ab, schnell ist es dunkel am 19. September, frisch an Deck. Das Bordrestaurant hat geöffnet, etwas essen, ein Bier, wir sind müde nach der Fahrt von Hannover nach Travemünde. Eine Zweibett Kabine hatten wir gebucht, sauber, Bad mit kleiner Dusche, so wird der Abend kurz.

Der nächste Tag auf See ist dem Müßiggang gewidmet. Essen, Mittagsschlaf und ein Hotel für die nächste Nacht buchen. Dank Internet kein Problem und es ist noch hell abends um 19:00 als wir die Fähre verlassen. Eine Stunde Zeitverschiebung in Lettland und in 20 Minuten haben wir das Hotel in Liepaja erreicht.

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Skandinavienkai Travemünde

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auf See

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Liepaja

Ein gemütliches Hotel, die Roller können wir davor parken, Abendessen im Hotel und anschließend kleiner Stadtrundgang. Wir lernen, Liepaja hat eine Universität. Wir legen noch die Route für den nächsten Tag auf den Navis fest. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück geht es los . Bernd mit seiner 650er Burgmann und ich mit meinem neuen Gefährt Beverly 350ccm. Es wird sich herausstellen ob es besonders klug ist im September ( 20.09.) zum Kap Kolka zu fahren. Regenzeug und Pullover, Motorradjacke mit Futter. Viel mehr brauchen wir nicht. knapp 300km bis Kolka sollen es sein, große Abstecher oder Besichtigungen sind da nicht geplant. Geteerte Straßen, von ein paar Baustellen abgesehen. Dann ist da wieder die weite Landschaft, endlos die Wälder zu beiden Seiten der Straße. Nicht jeder mag das endlose Grün , kaum Verkehr, die kleinen Heideflächen sind verblüht.
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Auf der Fahrt zum Kap Kolka empfängt uns ein heftiger Regenschauer und eine halbe Stunde lang ist es kalt und sehr nass. Durch vor dem Kap klart es auf, die Sonne scheint und wir sind da. Kap Kolka wo Ostsee und der Meerbusen von Riga zusammen stoßen. Keine Menschen nur Natur, bleiche Holzgerippe der Bäume die bei Sturm entwurzelt sind. Ein Ort der mich immer wieder fasziniert hat. Nun sind wir mit dem Roller das dritte Mal dort. Da es bereits sehr nach Herbst aussieht, hatten wir nicht geplant Lettland, Litauen und Polen zu besichtigen. Viele Orte die wir, zu einer wärmeren Jahreszeit, bereits besichtigt hatten. 2010 und 2015.s. kurzer-weg.de So schön auch die Landschaft ist, die Temperatur verlockt uns nicht Städte und Orte zu besichtigen.

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Stellt sich die Frage wo wir übernachten. Am Strand gibt es eindrucksvolle Holzfässer, kleine Wohnungen, fünf oder sechs. Ein großes rundes Fenster zur See, zwei Kojen. Für 50 Euro die Nacht kann man sie mieten, wir haben die Auswahl denn niemand ist hier. Wir erhalten den Schlüssel zu einem Fass in einem nahen kleinen Café'. Mit dem Roller zu den Fässer fahren darf man nicht, aber es sind nur ca. 500m. Besichtigung - schön, sauber, Dixi Toilette am Waldrand, keine Heizung, kein Strom (Beleuchtung), kein Wasser. Nachts Temperaturen um 5 Grad, um 18:00 ist es dunkel. Sicher im Sommer herrlich mit Blick auf das Wasser und Wein im Glas. Kurze Überlegung, dann bringen wir den Schlüssel zurück, nein, vielen Dank.
5 km weiter im Ort Kolka ist eine kleine Pension. Da bekommen wir ein Zimmer, zwar keine Heizung, doch wir stellen einige Kerzen auf und es ist wunderbar. Frühstück am nächsten Morgen gibt es nicht, hatte die freundliche Wirtin uns gesagt, nur im Sommer, keine weiteren Gäste, im nahen "Supermarkt" kaufen wir etwas zum Abendbrot, Wein ist auch dabei, was will man mehr.

Aufbruch, Frühstück finden wir wenige Kilometer weiter, Gaststätte an einem See, im Sommer für Campinggäste. Jetzt sind wir froh, dass noch geöffnet ist. Es ist warm und wir bestellen Frühstück beim freundlichen Wirt. Ein Paar kommt herein, Wohnmobil. Sie kommen aus Deutschland, Peine. Erzählen uns von den Mengen von Pfifferlingen die sie gefunden haben. Ja Pilzsammler an den Waldrändern sehen wir noch oft.

Jetzt geht es Richtung Westen, das Wetter ist trocken, herbstlich frisch mal sehen wie weit wir heute kommen.
Es ist nicht weit bis zur Grenze nach Litauen, keine Kontrollen, man merkt nicht den Übergang von einem zum anderen Land. Bei booking.com haben wir ein Hotel ausfindig gemacht, in Siauliai. Die Straße geht steil bergab im Ort, Straßenerneuerung, Sackgasse, der Sand ist hoch aufgeschüttet, neben dem Hotel. Ich kann mühsam wenden und zurück auf die befestigte Straße fahren. Bernd fährt sich mit seiner schweren Maschine fest. Da kommen wir nicht 'raus. Im Hotel gibt es nur ein Zimmer mit Doppelbett, keine Einzelbetten. Wollen wir nicht. An der Bar lärmen fröhliche etwas betrunkene Männer dunkler Hautfarbe. Sie verstehen Englisch und helfen uns gerne Bernds Maschine heraus zu schieben. Unter Lachen schieben vier Männer, einer filmt. Vor Schreck kann ich nicht fotografieren, muss schieben, dann sind wir heraus. Bernd geht in die Bar und gibt dankbar die nächste Rund aus. Booking.com zeigt eine weitere Unterkunft in der Stadt an. Mit dem Navi 10 Minuten. Wir stehen hilflos vor einem großen Wohnkomplex. Kein Schild, kein Hinweis. Zwei Litauer sprechen wir an, nein hier gibt es keine Unterkunft, einer fragt weitere Passanten. Zum Hinterhof, da ist ein Eingang, alles etwas unheimlich, sie geben einen Code ein, wir sind im Haus, danke, danke. Im ziemlich verwahrlosten Treppenhaus in der vierten Etage ist eine Nummer, unser Apartment. Wie kommt man da 'rein? Man soll einen Code eingeben. Welchen? Gegenüber öffnet sich die Tür ein freundlicher Mann kommt heraus, will uns helfen. Er telefoniert über eine Tastatur an der Tür mit dem Vermieter, gibt unsere Buchung durch, dann summt es wir sind drin. Eine viertel Stunde später schickt booking.com per E-Mail den Code, etwas spät. Ich habe genug für heute, will nur noch schlafen.
Frühstück am nächsten Tag, eine Tankstelle. Die Tankstellen sind dafür gut ausgestattet, Kaffee, Gebäck, Brötchen, dann noch tanken. Benzin ist deutlich günstiger als in Deutschland, bezahlen mit Euro oder Kreditkarte, kein Problem. Weiter in Richtung Kalarija, das ist noch in Litauen und wir wollen Richtung Westen und parallel zur Küste weiter nach Polen. In der Gegend von Lötzen, Rastenburg ist Ryn unser Tagesziel.

Übernachtung in Ryn

und abends ein,zwei Biere in Koscierzyna, nicht sehr weit von Danzig. Danzig hatten wir auf einer früheren Tour besichtigt. Sehr schön und empfehlenswert

Einige Tische weiter feiert eine Gruppe Frauen ausgelassen, vielleicht Junggesellinnenabschied? Sind sehr ausgelassen, kommen an unseren Tisch mit zwei Gläsern Wodka, wir stoßen mit ihnen an, dann machen sie noch ein paar Selfies mit den älteren Männern. Sicher denken sie wir sind im Alter ihrer Großväter. Nett.

es ist kühl und Bernd zieht seinen Wettermantel über um etwas geschützt zu sein

alte Kirchen an der Straße, wir halten an und bewundern den Bau

prachtvolle Decken und Altäre, wie so oft in Polen

Von Koscierzyna weiter Richtung Swinemünde über Koszalin. Wir lernen, am 24.September ist es zu kühl um viel zu besichtigen. Es gibt viele Seen und hübsche Städte und man kann da viele Tage verbringen, im Sommer. Bei anderen Fahrten ins Baltikum haben wir das auch ausgenutzt. In Swinemünde wollen wir noch die Fähre nach Deutschland nehmen und in Deutschland übernachten. Im Gegensatz zu Litauen und Lettland kann man in Polen nicht mit Euro bezahlen, nur Zloty. So begleichen wir alle Rechnungen und Ausgaben mit der Kreditkarte. Die Lampe an meinem Roller ist ausgefallen, nur die Scheinwerferbirne funktioniert noch. An die andere Birne komme ich nicht einfach 'ran. Es wird abends langsam früher dunkel, mit Scheinwerfer blende ich andere, ohne Lampe bin ich nicht gut zu sehen. Bernd fährt voraus ich folge. Die Fähre in Swinemünde ist nicht leicht zu finden, im Kreisel rechts ab sagt das Navi, nur da ist gesperrt. Nach einigen Runden fahren wir nach Gefühl, dann die Ausschilderung und sind auf der Fähre. Durch Swinemünde, Richtung Ahlbeck und schon haben wir die Grenze geschafft. Über booking.com suchen wir eine Unterkunft und mit letztem Tageslicht erreichen wir Benz/Usedom. Geschafft. Es hat in der ganzen Woche nicht geregnet, Glück gehabt.

über die Swine mit der Fähre

Von Benz aus nach Hause ist es zu weit für einen Tag, zumal Regen angekündigt ist. So fahren wir nach Dömitz an der Elbe wo wir ein nettes Hotelzimmer im "Hotel Hafen Dömitz" finden. Ein letztes Abendessen zusammen. Am Dienstag, 27. September 2022, erreichen wir den heimatlichen Hafen nach 2150 km. Kurztrip für eine Woche beendet.